Zur Sozio Und Psychogenese Der Romantischen Liebesvorstellung In Westeurop Ischen Gesellschaften

Zur Sozio  und Psychogenese der romantischen Liebesvorstellung in westeurop  ischen Gesellschaften PDF
Author: Christoph Egen
Publisher: Cuvillier Verlag
Category : Social Science
Languages : de
Pages : 168
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Book Description:
»Die Aufgabe der Sozialwissenschaftler ist es, die sich wandelnden Muster, die Menschen miteinander bilden, und die Natur dieser Bindungen, die Struktur dieses Wandels sich und anderen verständlich zu machen.« Mit diesem Zitat von Norbert Elias leitet Christoph Egen seine bemerkenswerte Arbeit »Zur Sozio- und Psychogenese der romantischen Liebesvorstellung in westeuropäischen Gesellschaften« ein. Die Hauptthese dieser lebendigen Darstellung besagt, dass die romantische Liebesvorstellung »kein starres anthropologisches Universalgut, sondern ein sozialer Prozess« sei. Diesem versucht er unter anderem mittels der Eliasschen Prozesssoziologie auf die Spur zu kommen, die er als einen guten Ausgangspunkt für eine noch weitgehend fehlende Soziologie der Gefühle betrachtet. Egen hat nicht nur Elias’ Publikationen sorgfältig hinsichtlich seines Themas ausgewertet, sondern auch dessen unveröffentlichten Nachlass. Diese Mühe hat gelohnt, wenn man beispielsweise an die außerordentlich hellsichtige Beschreibung der modernen Ehewandlungen durch Elias’ Großvater denkt: »›Zu meiner Zeit‹, sagte mein Großvater, ›sah eine Ehe aus wie ein niedriges Herdfeuer, das sich langsam erwärmt. Heute sieht sie aus wie ein loderndes Feuer, das sich langsam abkühlt‹.« Auch die Beobachtung, dass bei sehr ungleichen Machtbeziehungen »oft genug das Aufbegehren, das Verlangen, sich widersetzen zu können, aus dem Bewusstsein verdrängt wird« ist ein schönes Fundstück aus den Archivalien. Der Autor zeigt konsequent Zusammenhänge gesellschaftlicher und psychischer Ereignisse. Kulturelle Verhaltensformen, zitiert er Vygotski, sind nicht einfach angeeignete Fertigkeiten, sondern strukturieren innere Beziehungsformen von Menschen. Sehr eng greifen hier Wirklichkeitsebenen ineinander, die im herrschenden Wissenschaftssystem analytisch sonst oft strikt getrennt behandelt werden. Insgesamt liegt hier eine Arbeit vor, welche die Eliassche Zivilisationstheorie von einer bisher wenig beleuchteten Seite zeigt und sie weiterentwickelnd anwendet. Hans-Peter Waldhoff


Gehirn Geschichte Und Gesellschaft

Gehirn  Geschichte und Gesellschaft PDF
Author: Wolfgang Jantzen
Publisher: Lehmanns Media
Category :
Languages : de
Pages : 178
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Aleksandr Romanoviè LURIJA (16. Juli 1902 - 14. August 1977) war einer der prominentesten Psychologen des vergangenen Jahrhunderts. Zusammen mit L. S. VYGOTSKIJ und A. N. LEONT'EV entwickelte er die kulturhistorische Theorie/Tätigkeitstheorie. Sein äußerst umfangreiches Werk ist, obwohl er ungeheuer viel publizierte und ein großer Teil seines Werkes auch in westlichen Sprachen zugänglich ist, bei weitem noch nicht erschlossen. Hauptgebiet seiner Tätigkeit war die Entwicklung der Neuropsychologie, für welche er inhaltlich und methodologisch Maßstäbe gesetzt hat, die auch heute noch Gültigkeit haben. Daneben hat er auf zahlreichen weiteren Gebieten gearbeitet: Sprache und Sprachentwicklung, Entwicklungspsychologie, psychologische Diagnostik, klinische Psychologie, Psychologie der Rehabilitation, Psychologie der geisti-gen Behinderung, kulturvergleichende Psychologie, allgemeine Psychologie etc. Dieses Denken anlässlich des 100. Geburtstages zu würdigen und weiterzuführen war Gegenstand einer Internationalen Tagung an der Universität Bremen am 5. und 6. Juli 2002, die gemeinsam durchgeführt wurde von der Luria-Gesellschaft e.V., dem Lurija-Institut für Rehabilitations-wissenschaften und Gesundheitsforschung der Universität Konstanz sowie dem Institut für Behindertenpädagogik der Universität Bremen Der vorliegende Band gibt die Grußadressen und Vorträge der Konferenz (unter ihnen vier Mitarbeiter/innen von Lurija) in ihrer Reihenfolge wieder. Wissenschaftliche Beiträge von Gerhard ROTH (Bremen), Anne-Lise CHRISTENSEN (Kopenhagen), Alexandre MÉTRAUX (Heidelberg), Janna GLOZMAN (Moskau), Paul-Walter SCHÖNLE (Magdeburg), Wolfgang JANTZEN (Bremen), Tatjana ACHUTINA (Moskau) und Helmut DÄUKER (Mannheim) würdigen das wissenschaftliche Werk von Aleksandr R. LURIJA, indem sie es rekonstruieren und aktualisieren.


Anreden Erwidern Verstehen

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Author: Marie-Cécile Bertau
Publisher: Lehmanns Media
Category : Psycholinguistics
Languages : de
Pages : 436
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Book Description:
"'Anreden, Erwidern, Verstehen' ist der Entwurf einer Psycholinguistik, die Sprache nicht als Objekt kognitiver Verarbeiting ansieht, sondern als Mittel des Auskommens mit dem Anderen, dem Selbst und der Welt. Sprache ist damit situiert in der Lebenstätigkeit von aufeinander bezogenen, gesellschaftlichen Individuen, weder von ihnen noch von ihrer Tätigkeit ablösbar. Diese Auffasung von Sprache wird zunächst in einer historischen Studie konstruiert, welche der Sprachphilosophie Humboldts und ihre Rezeption durch die russische und dann sowjetische Sprachwissenschaft nachzeichnet (Potebnja, Jakubinskij). Die Dialogizität als Struktur notwendiger Anrede und Erwiderung ist das zentrale Konzapt, das in Osteuropa aufgenommen und weiterentwicelt wird. Diese spezifische Weise Sp[r]ache zu denken und zu erforschen bildet nicht zuletzt den Kontext für die sprachpsychologischen Forschungen Vygotskijs, sie ist Bezug für seine Überlegungen zur psychischen sprachlichen Tätigkeit. Dies findet seinen Niederschlag etwa im Konzept des inneren Sprechens--ein Echo der Humboldt'schen inneren Form. Humboldt'sche Sprachphilosophie, dialogische Sprachwissenschaft und Sprachphilosophie mit Bachtin und Volos̆inov, Sprachpsychologie in der Perspektive gesellschaftlicher Tätigkeit mit Vygotskij: Auf dieser Grundlage wird im zweiten Teil die Psycholinguistik der Alterität theoretisch ausformuliert. Unter Bezugnahme auf Bühlers Sprachtheorie werden im ersten Konstruktionsmoment sieben Leitsätze aufgestellt. Im zweiten Konstruktionsmoment werden die Elemente im engeren Sinn entfaltet. Es sind jene Begriffe, die sich aus dem ersten Konstruktionsmoment als zentrale Themen erwiesen haben: Adressivität und Positionierung, Form, Widerholung und Zeitlichkeit, Stimme. Diese Elemente konkretisieren die theoretische Sprachansicht, ihre Entfaltung stützt sich wesentlich auf empirische Forschungen u. a. der Entwicklungspsychologie, Identitätspsychologie, Dialogenanalyse und Gesprächsforschung. Die 'Psycholinguistik der Alterität' versteht sich als Plädoyer für einen Perspektivenwechsel in den Humanwissenschaften: Von dem 'ichigen' Subjekt, das unserer abendländischen Konvention entspricht, hin zu einem relationalen Selbst, für das Alterität bestimmend ist. Von einem isolierten und a-historischen Subjekt zu einem bezogenen und gerichteten Selbstg, das mit Anderen in gemeinsamen Zeiten und Räumen lebt. Diese alternative Vorstellung wird als vielversprechende Möglichkeit angesehen, die komplexen Dynamiken menschlichen Lebens zu erforschen und zu verstehen"--Publisher's description, back cover.


Kulturhistorische Psychologie Heute

Kulturhistorische Psychologie heute PDF
Author: Jantzen, Wolfgang
Publisher: Lehmanns Media
Category :
Languages : de
Pages :
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Inhaltsverzeichnis Einleitung Die Rezeption von Lurija in Deutschland Interdisziplinarität und das Problem der „allgemeinen Wissenschaft“ Methodologische Aspekte der Behindertenpädagogik als synthetische Humanwissenschaft Methodologische Grundfragen der kulturhistorischen Neuropsychologie Das spinozanische Programm der Psychologie: Versuch einer Rekonstruktion von Vygotskijs Methodologie des psychologischen Materialismus Vygotskij und das Problem der elementaren Einheit der psychischen Prozesse Kritisches Gespräch über Vygotskij Vygotskijs defektologische Konzeption Schwerste Beeinträchtigung und die „Zone der nächsten Entwicklung“ Sprache, Bewusstsein und Tätigkeit – Methodologische Bemerkungen Die Dominante und das Problem der „niederen psychischen Funktionen“ im Werk von Vygotskij Die „Zone der nächsten Entwicklung“ – neu betrachtet Die Konzeption des Willens im Werk von Vygotskij und ihre Weiterführung bei Leont’ev A.N. Leont''ev und das Problem der Raumzeit in den psychischen Prozessen Zeit und Eigenzeit als Dimensionen der Behindertenpädagogik Überlegungen zu einer kulturhistorischen Theorie der Sprachentwicklung Entwicklung des Selbst, funktionales und optimales Lernen Genesis und Zerfall von sozialem Sinn – Methodologische Annäherungen Quellenachweise


Der Gehalt Der Sprachform

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Author: Janette Friedrich
Publisher: De Gruyter Akademie Forschung
Category : Criticism
Languages : de
Pages : 216
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Grammatikalisierung Spracherwerb Und Schriftlichkeit

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Author: Helmuth Feilke
Publisher: de Gruyter
Category : Children
Languages : de
Pages : 181
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Book Description:
Sprachwandel und Spracherwerb können als Entwicklung bzw. Rekonstruktion grammatischer Formen verstanden werden. Sowohl die Grammatikalisierungstheorie als auch Konzepte des Spracherwerbs machen den Vorgang als Abfolge von Reanalyse-Schritten und Rekodierungen verständlich. Die Grammatikalisierung wird sprachhistorisch ebenso wie beim Erwerb von der Medialität der Sprache, insbesondere der Schriftlichkeit, entscheidend mitbestimmt. Vor diesem Hintergrund untersucht der Sammelband Genese und Aneignung grammatischer Formen und macht Ähnlichkeiten, aber auch grundbegrifflich wichtige Unterschiede zwischen Soziogenese und Spracherwerb deutlich.